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    <title>Gegen Agenda 2010 (Rubrik:Mut zur Wut)</title>
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    <dc:publisher>Gobsch</dc:publisher>
    <dc:creator>Gobsch (mailto:&amp;#104;&amp;#101;&amp;#108;&amp;#109;&amp;#117;&amp;#116;&amp;#64;&amp;#103;&amp;#111;&amp;#98;&amp;#115;&amp;#99;&amp;#104;&amp;#46;&amp;#100;&amp;#101;)</dc:creator>
    <dc:date>2005-03-01T13:44:05Z</dc:date>
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    <title>Gegen Agenda 2010</title>
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  <item rdf:about="http://gegenagenda2010.twoday.net/stories/490232/">
    <title>Mut zur Wut</title> 
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    <description>&lt;font color=red size=3&gt;&lt;b&gt;Mut zur Wut: Statt Hartz IV und 1-EUR-Jobs jetzt fuer 10-EUR-Jobs und&lt;br /&gt;
ein vergleichbares Grundeinkommen streiten und mit einem 1-EUR-Job-Streik, Lidl-Besetzungen und einer Belagerung der Tarifverhandlungen im oeffentlichen Dienst kombinieren!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
(Entwurf fuer die Sitzung der Montagsdemonstrations-Aktionsbuendnisse am 22.01. 2005 von 11 - 16 Uhr im Gewerkschaftshaus Leipzig). Artikel von Peter Grottian vom 20.01.2005&lt;/b&gt;&lt;/font&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Attacke auf die Arbeits&amp;auml;mter &amp;#8211; als Zurichtungsanstalten zu disziplinierender Menschen &amp;#8211; war mit der Aktion &quot;Agenturschlu&amp;szlig;&quot; (3.1.) und den vorhandenen Kr&amp;auml;ften ein Achtungserfolg. Aber auch die Defizite sind offensichtlich: Keine sichtbaren programmatischen Alternativen, keine Massenmobilisierungspotentiale, keine zureichenden Allianzen von attac, lokalen Protestb&amp;uuml;ndnissen, linker Szene und Gewerkschaftsbasis, keine zuspitzenden Formen des zivilen Ungehorsams. Die Betroffenen waren nur schwach zu mobilisieren. Die Defizite auf der rot-gr&amp;uuml;n-schwarz-gelben-Herrschaftsseite sind aber auch unverkennbar: Die programmierte Erfolglosigkeit der Agenda 2010 im Sinne eines t&amp;auml;uschenden Wachstums-, Besch&amp;auml;ftigungs-, Einspar- und menschlichen Betreuungsversprechens. Die Menschen sind weiter tief verunsichert &amp;#8211; sie misstrauen mehrheitlich den angeblich positiven Wirkungen von Hartz IV, aber sie glauben auch nicht mehr an die Ver&amp;auml;nderungskraft von Latsch-Demonstrationen. Hartz IV ist entgegen der Meinung der politischen Klasse mitnichten &quot;durch&quot;. Nach seinen selbst gesetzten und verfehlten Zielen m&amp;uuml;sste Clement vermutlich ab Mai/Juni seine Koffer packen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sozialprotest-Initiativen werden aus ihrer Defensive nur herauskommen, wenn sie ein einheitsstiftendes Protestziel entwickeln und damit unterschiedliche Protesttypen verbinden. Sie m&amp;uuml;ssen die Chance haben, Teile der Gewerkschaftsbasis, der Montagsdemonstrierenden, der Basisgliederungen von Wohlfahrtsverb&amp;auml;nden und Kirchen im Protest zu binden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach wie vor sind die unorganisierten, aber h&amp;ouml;chst betroffenen Menschen unsere wichtigsten Adressaten &amp;#8211; denen wir aber auch etwas anbieten m&amp;uuml;ssen und Raum f&amp;uuml;r lokale, regionale und bundesweite Aktivit&amp;auml;ten des Eigensinns l&amp;auml;sst. Folgende vorl&amp;auml;ufige strategische Orientierung k&amp;ouml;nnte angemessen und mit intensiver Vorbereitung bis zum Mai 2005 auch realisierbar sein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1. 10-&amp;#8364;-Jobs &amp;#8211; als gesellschaftlich sinnvolle Arbeit oder als Grundeinkommen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Betroffenen eint die Perspektive, dass sie entweder ohne Erwerbsarbeit menschenw&amp;uuml;rdig leben oder mit gesellschaftlich einigerma&amp;szlig;en sinnvoller Arbeit materiell ohne Existenzangst und Zwang arbeiten wollen. Das ist nur gegeben, wenn wir f&amp;uuml;r diese doppelte Option menschenw&amp;uuml;rdigen Lebens k&amp;auml;mpfen: Existenzabsichernde, m&amp;ouml;glichst selbstbestimmte Arbeitspl&amp;auml;tze und ein Grundeinkommen, das seinen Namen i. S. einer Freiheit von Angst und b&amp;uuml;rokratischer Zurichtung verdient.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Forderung nach 10-&amp;#8364;-Jobs in dieser doppelten Perspektive w&amp;auml;re ein Projekt, das Hartz IV-Betroffene, 1-&amp;#8364;-Jobber und &quot;Hungerl&amp;ouml;hner&quot; verbinden k&amp;ouml;nnte. Es w&amp;auml;re wohl die einzig m&amp;ouml;gliche Kampfansage an einen sich brutalst entwickelnden Niedriglohnsektor, bei dem bereits Stundenl&amp;ouml;hne von 2-&amp;#8364; gezahlt werden. 10-&amp;#8364;-Jobs w&amp;auml;ren schon jetzt ganz &amp;uuml;berwiegend zu finanzieren, wenn die 500-&amp;#8364;-Pr&amp;auml;mie f&amp;uuml;r die 1-&amp;#8364;-Tr&amp;auml;ger fast ausschlie&amp;szlig;lich den Menschen zugute k&amp;auml;men. Von wegen kein Geld! Diese Forderung nach 10-&amp;#8364;-Jobs w&amp;auml;re aber auch eine Herausforderung an die Gewerkschaften, in deren Reihen ein &quot;vern&amp;uuml;nftiger Mindestlohn&quot; von einer Minderheit propagiert wird. Die 10-&amp;#8364;-Forderung w&amp;auml;re aber auch f&amp;uuml;r die Tarifverhandlungen f&amp;uuml;r den &amp;ouml;ffentlichen Dienst eine Provokation, da hier ver.di, die &amp;ouml;ffentlichen Arbeitgeber und der Beamtenbund eine Parallelstruktur von normalen Tarifverhandlungen und massenhaften 1-&amp;#8364;-Jobs zulassen wollen, ohne &amp;uuml;berhaupt zu thematisieren: Eine radikale Verbesserung der 1-&amp;#8364;-Job-Bedingungen geh&amp;ouml;rt auf den Tisch der &amp;ouml;ffentlichen Tarifverhandlungen. Schlie&amp;szlig;lich w&amp;auml;re die 10-&amp;#8364;-Forderung zwischen den verschiedenen Protestgruppen im Prinzip konsensf&amp;auml;hig. Der wichtigste Punkt aber w&amp;auml;re: die Protestierenden h&amp;auml;tten ein ganz konkretes Protestziel, das sie als gerecht und angemessen halten k&amp;ouml;nnen: Eine selbst gesuchte Arbeit ohne Zwang, mit Arbeitsfeldern nach gesellschaftlichem Bedarf und zu Sozialstandards, die menschrechtlich vertretbar sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2. Streik der 1-&amp;#8364;-Jobber zur NRW-Landtagswahl&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es spricht einiges daf&amp;uuml;r, dass sich das positive Image der 1-&amp;#8364;-Jobs bald verfl&amp;uuml;chtigen wird. Die jetzt in den Medien vorgef&amp;uuml;hrten &quot;gl&amp;uuml;cklichen 1-&amp;#8364;-Jobber&quot; haben bisher ihre T&amp;auml;tigkeiten relativ frei w&amp;auml;hlen k&amp;ouml;nnen. In diesen Wochen setzt eine fallmanagergesteuerte, nach neuen Zumutbarkeitskriterien operierende Zwangs-1-&amp;#8364;-Job-Vermittlung ein, die mit den Arbeitsw&amp;uuml;nschen der Betroffenen wenig zu tun haben werden. Deshalb ist es notwendig, die Selbstorganisationsversuche der 1-&amp;#8364;-Jobber zu unterst&amp;uuml;tzen, Beratungs- und Infrastrukturleistungen anzubieten. Mit ihnen ist zu kl&amp;auml;ren, ob eine gezielte Arbeitsniederlegung mit der Forderung nach einem 10-&amp;#8364;-Job von ihnen getragen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine solche Arbeitsniederlegung w&amp;auml;re knapp vor der Landtagswahl in NRW (22.5.) mit dem 20.5. gut plaziert. Nat&amp;uuml;rlich ist gr&amp;uuml;ndlich und verantwortlich &amp;uuml;ber die Arbeitsniederlegung und die zu erwartenden Repressionen (Rausschmi&amp;szlig;) nachzudenken. Es spricht einiges daf&amp;uuml;r, dass eine mehrst&amp;uuml;ndige Arbeitsniederlegung nicht mit harten Repressionen geahndet werden wird. Die Lehmanns und Hubers der beiden Kirchen k&amp;ouml;nnen einen solchen inneren Konflikt kaum riskieren. Die Basis murrt ohnehin wegen des kirchlichen Agenda-2010-Gehorsams.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
3. Belagerung der Tarifverhandlungen f&amp;uuml;r den &amp;ouml;ffentlichen Dienst &amp;#8211; 10-&amp;#8364;-Jobs auf die Tagesordnung von Schily und Bsirske &amp;#8211; subito!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abweichend vom &amp;uuml;blichen Ritual gehen Gewerkschaften und &amp;ouml;ffentliche Arbeitgeber nicht mit den &amp;uuml;blichen Tarifprozente-Forderungen in die Verhandlungen: hier 3 &amp;#8211; 4 %, dort 0-Runde. Sie wollen die ausgehandelte Tarifreform zur leistungsbezogenen Bezahlung u.a. mit den Tarifverhandlungen nebelhaft verrechnen. Das wird erhebliche Konflikte produzieren, weil vieles intransparent und unausgegoren ist. In diesem erkennbaren Chaos ist es deshalb sehr glaubw&amp;uuml;rdig, die Forderung nach einem besch&amp;auml;ftigungspolitischen Signal f&amp;uuml;r die Tarifverhandlungen zu stellen. Was liegt n&amp;auml;her als die Forderung nach 10-&amp;#8364;- f&amp;uuml;r die Umwandlung der 1-&amp;#8364;-Jobs im &amp;ouml;ffentlichen Dienst, den Kirchen und Wohlfahrtsverb&amp;auml;nden zu fordern. Die Formel k&amp;ouml;nnte etwa lauten 1 % vom verhandlungsf&amp;auml;higen 2 %-Tarifvolumen (1 Mrd. &amp;#8364; = 200.000 &amp;#8211; 300.000 Vollzeit /Teilzeitarbeitspl&amp;auml;tze) f&amp;uuml;r die Umwandlung von 1 &amp;#8364;-Jobs in vertretbare Teilzeit-Arbeitspl&amp;auml;tze vorzusehen. Dazu w&amp;uuml;rde geh&amp;ouml;ren, zwei Vertreter/innen aus der Erwerbslosen-Initiativen /1-&amp;#8364;-Jobber-Selbstorganisationen an den Tarifverhandlungen zu beteiligen. Eine Belagerung durch 1-&amp;#8364;-Jobber bei den Tarifverhandlungen m&amp;uuml;sste dann vermutlich f&amp;uuml;r Ende April/Anfang Mai vor den stets in Anspruch genommenen Nobel-Hotels organisiert werden. Die Chancen f&amp;uuml;r eine &amp;ouml;ffentliche Thematisierung sind gut: Der Tarifreform-Tarifverhandlungswahnsinn ist in dieser Form schlicht aberwitzig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
4. Lidl-Aktionen: &quot;Lidlschlu&amp;szlig;&quot;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Zusammenhang geh&amp;ouml;rt auch Widerstandsf&amp;auml;higkeit gegen jene Unternehmen und Dienstleistungen aufzubauen, die mit den sozialen Grundrechten ihrer Mitarbeiter/innen &quot;wie die Sau&quot; umgehen. Das verdienstvolle von ver.di herausgegebene Schwarz-Buch &amp;uuml;ber Lidl er&amp;ouml;ffnet eine erste Argumentations- und Materialbasis, auf denen sich provozierend-gehaltvolle Aktionen gegen Lidl, WalMart oder Aldi aufbauen k&amp;ouml;nnten: St&amp;ouml;rungen, freundliche &amp;Uuml;bernahmen oder sogar richtige Schlie&amp;szlig;ungen. Solche Aktionen werden auch erhebliche Widerspr&amp;uuml;che und Gegenreaktionen hervorrufen (&quot;wir wollen billig einkaufen&quot;). Aber &quot;Billig&quot; auf Kosten der Besch&amp;auml;ftigten hat eine menschenrechtliche Zumutbarkeitsgrenze wie die 1-&amp;#8364;-Jobs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Grottian, 20.01.2005</description>
    <dc:creator>Gobsch (mailto:&amp;#104;&amp;#101;&amp;#108;&amp;#109;&amp;#117;&amp;#116;&amp;#64;&amp;#103;&amp;#111;&amp;#98;&amp;#115;&amp;#99;&amp;#104;&amp;#46;&amp;#100;&amp;#101;)</dc:creator>
    <dc:subject>Mut zur Wut</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2005 Gobsch</dc:rights>
    <dc:date>2005-01-27T12:47:35Z</dc:date>
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